Die Museumsmacher legen los

Hohenau. Es geht los: Nach monatelangen organisatorischen Vorarbeiten, umfangreichen Ausschreibungsverfahren und aufwändigen strukturtechnischen Planungen kann die Neukonzeption des Museums zur Hinterglasmalerei im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet jetzt starten. Die Ausstellung, die im einstigen Schulhaus in Schönbrunn am Lusen installiert werden soll, ist Teil eines Interreg-Projekts, dessen böhmisches Pendant sich im ebenfalls neu zu gestaltenden Hinterglasmuseum Kvilda findet. Beide Einrichtungen wird ein gut 25 Kilometer langer Wander- und Radweg verbinden, entlang dessen mehrere Infotafeln von der Bedeutung der Hinterglasmalerei in der Region erzählen.

 

Mit Bettina und Manfred Göttl vom gleichnamigen Planungsbüro aus Neukirchen v. W. hatten sich zwei Experten in der Entwicklung von Marken und Museen bei der Präsentation erster Ideenskizzen unter vier Mitbewerbern  durchgesetzt. Gemeinsam mit der Neuschönauerin Marina Reitmaier-Ranzinger, die sich als Kunsthistorikerin und erfahrene Museumsleiterin um die Stelle der Kuratorin sowohl für die Einrichtung in Schönbrunn als auch in Kvilda beworben und den Zuschlag erhalten hatte, wird das Büro Göttl & Göttl zunächst Quellen und Material zur Raimundsreuter Hinterglasmalerei sichten, sortieren und organisieren, um daraus das tragfähige Konzept für eine moderne, spannende und unterhaltsame Dauerausstellung zu kreieren.

 

Für sämtliche hochbaulichen Maßnahmen am Objekt zeichnet Dr. Klaus Bauer von der Arbeitsgruppe Planung und Architektur (APA) in Grafenau verantwortlich. Josefine Nußhart  und Gertraud Mader vom Verein der Freunde und Förderer des Raimundsreuter Hinterglasbilds e. V., Projektberater Wolfgang Bäuml und Kreisheimatpfleger Gerd Ruhland werden die Museumsprofis mit Ideen, Unterlagen und Serviceleistungen ehrenamtlich unterstützen, während Dr. Stefan Kley von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen als Fachberater verlässlich zur Seite steht

 

„Wir freuen uns, dass die Experten nun alle versammelt sind und wir ins Projekt starten können“, freut sich Hohenaus Bürgermeister Eduard Schmid. Im künftigen Museum zur Raimundsreuter Hinterglasmalerei sieht er einen kulturellen Leuchtturm weit über die Gemeinde hinaus – „und ein weiteres völkerverbindenes Element zwischen Bayern und Tschechen“. Schon in der Vorphase des Projekts tauschten sich die Verantwortlichen beider Länder intensiv aus. Mehrere Treffen, sowohl in Hohenau als auch in Kvilda, haben bereits stattgefunden und werden auch in Zukunft regelmäßig terminiert.

 

„Die Museumsplaner nehmen nun zügig Fahrt auf, um im Herbst die Konzeptphase abschließen zu können“, erläutert Projektmanagerin Alexandra von Poschinger den Zeitplan. Den Winter über werde das einstige Schulhaus dann zur modernen Hinterglas-Erlebniswelt umfunktioniert – um sie im Frühsommer 2019 feierlich zu eröffnen.

 

 

Bildunterschrift:

Packen jetzt an (v.r.): Museumsplanerin Bettina Göttl, Kreisheimatpfleger Gerd Ruhland, Kuratorin Marina Reitmaier-Ranzinger und Projektmanagerin Alexandra von Poschinger.                                                                                                   (Foto: Kristin Fottner)