Vom Wald das Beste. – Nationalparkregion Bayerischer Wald
WoidG'sichter: Theo Hofmann

Gemeinde Frauenau

WoidG'sichter: Theo Hofmann

Wenn man so will, ist sein vielschichtiges Leben einzig und allein die logische Konsequenz seiner bisherigen Biographie. Dass er ein Multi-Künstler geworden ist, hat er nicht bewusst gesteuert. Es hat sich vielmehr einfach so ergeben.

Der 39-Jährige ist bildender Künstler, Ausstellungsmacher, Musiker, Familienvater, Tätowierer. Er lebt seit Ausbruch der Pandemie wieder in seiner Geburtsheimat, im Bayerischen Wald. Zusammen mit seinen zwei Kindern und Frau, haben sie sich für „ein Leben
auf dem Land“ in Frauenau entschieden.

„Ich habe nie damit gerechnet, dass ich jemals hier in der Region wieder landen würde.“

Das Wohnhaus stellt die „Galerie am Museum“ gegenber des Glasmuseums Frauenau dar. Ein Bereich des alten Ausstellungshauses wurde zu Ausstellungszwecken beibehalten, der Rest wurde zum Wohnbereich der jungen Familie umgebaut. In den ehemaligen Galerieräumen betreibt Hofmann nun einen „Ausstellungsort in perifärer Lage mit integriertem Tattoo-Studio“.

„Was in der Stadt selbstverständlich ist, muss man versuchen, sich am Land selbst her zu stellen und umgekehrt.“

so Hofmann. Wer an den Ausstellungen in der Galerie interessiert ist, kommt direkt zu den Eröffnungsterminen, oder besucht den Ausstellungsraum nach Voranmeldung. (Vereinbarung von Galeriebesuchen unter mail@theohofmann.de oder via instagram an "galerie_am_museum".)

Trotz seiner Liebe zur Musik und seines musischen Talents entschied er sich doch für die Kunst.  Er jobbte als Kunst-Akademiker zunächst sechs Jahre in diversen Ausstellungshäusern in München. Dieser Einblick war Gold wert. Es gibt ja Künstler wie Sand am Meer. Durch meine Tätigkeit habe ich allerdings einen tiefgehenden Einblick in diese Szene bekommen. Ich habe die andere Seite, die Welt des Kunsthandels und Kunsthandling mehr oder weniger erst nach dem Studium neu kennengelernt." In diesen Lehrjahren hat Theo Hofmann aber auch mehr und mehr festgestellt, dass eine Stadt wie München, für Singles und Pärchen sehr attraktiv erscheinen kann. Als angehender Vater, jedoch, die Lebensqualität für eine junge Familie rasant abnimmt.

Auf die Frage, warum Theo mit seiner Familie zurückgekehrt ist in den Bayerischen Wald, antwortet er:


„Nun, hier liegen meine familiären Wurzeln. Es gefällt uns ganz gut hier. Wir sind froh, nicht mehr in der Stadt leben zu müssen. Da hat das Land schon seine Vorzüge. Dass das Haus zum Verkauf angeboten wurde, stellte für uns eine reinen Glücksgriff dar.“

2016 stand für seine Frau und ihn fest, dass sie München verlassen werden. "Es war dann die Frage, ob wir ins Allgäu ziehen, von wo meine Frau abstammt. Oder in den Woid." Ausgang bekannt. Sie erfuhren, dass die "Galerie am Museum" zu haben war – und bauten das Gebäude dahingehend um, dass im oberen Geschoss Wohnraum entstand. Im Parterre kann der ursprünglichen Nutzung der Räumlichkeiten  nachgegangen werden. Er schaffte es zudem eine weitere Leidenschaft - inzwischen seine Haupttätigkeit - in den Räumlichkeiten unterzubringen: Da ihn Freunde während des Studiums noch fragten, ob er ihnen Tattoo-Skizzen zeichnen könnte, tauchte er nämlich auch in dieses künstlerische Metier ein. "Langsam aber sicher hat sich das immer mehr entwickelt.“

Da Tätowierer kein klassischer Ausbildungsberuf ist, war viel Eigeninitiative gefragt. Er brachte sich - durch Hospitationen bei Kollegen - das Handwerk selber bei. Das Künstlerische verstand er ohnehin. Und als er im Bayerwald auch noch Platz für sein eigenes Studio fand, nahm diese Art der Betätigung immer mehr an Fahrt auf. Kunden aus dem gesamten süddeutschen Raum kommen inzwischen zu ihm nach Frauenau, um sich ihre Körper verzieren zu lassen.

"Manche verbinden das sogar mit einem längeren Urlaub hier."

Auf die Frage wie es sich anfühlt nach einer längeren Pause wieder im Bayerischen Wald zu leben antwortet er. „Der Wald an und für sich hat sich natürlich nicht verändert. Die Landschaft und Natur hat sich kaum verändert. Die Leute sind auch grösstenteils noch die selben. Einzig meine Wahrnehmung hat sich wohl etwas verändert. Das vermeintlich Vertraute der Region ist mir oft etwas fremd geworden, aber im positiven Sinne. Das Spannungfeld zwischen vetraut und fremd reizt mich. Hier zu leben fühlt sich oft so an, wie es Karl Valentin mal beschrieben hat: Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“ Das abschließende Fazit fällt in jedem Fall postiv aus.

 

"Der Bayerische Wald ist eine herrliche Region für junge Familien. Das enge Stadtgetümmel liegt hier fern. Die Kinder haben Platz die unglaubliche Natur täglich neu zu erkunden. Die Wege sind sehr gut erschlossen und die Ausflugsziele sind abwechslungsreich.“